| Name des Opioids | Remifentanil | |
| besonders bekannte Bezeichnungen | Ultiva® | |
| Infotext | Remifentanil, ein Fentanyl-Abkömmling mit sehr kurzer Wirkdauer findet besonders bei kurzen chirurgischen Eingriffen viel Zuspruch, da die NAchwirkungen der Anästhesie geringer sind. Insbesondere mit dem Ultrakurz wirksamen Hypnotikum Propofol ermöglicht es eine sehr schonende Totale intravenöse Anästhesie (TIVA), bei der die Patienten danach in der Regel sehr schnell wieder ansprechbar und geistig aktiv sind. Allerdings gibt es auch hier so seine Fallstricke, über die selbst ausgebildete medizinische Fachkräfte gelegentlich stolpern. Da die Wirkdauer so kurz ist und die Wirkung auch ziemlich abrupt endet, hat die postoperative Operative Analgesie neben der Überwachung der Vitalfunktionen oberste Priorität, da es ansonsten zu starken Schmerzattacken kommen kann. Es gibt mehrere Möglichkeiten: Man kann direkt im Anschluss an die Anästhesie ein wirkstarkes Opioid wie Piritramid geben oder zuerst die Anästhesie mit Remifentanil via Infusion im Aufwachraum ausschleichen und dann über eine adäquate analgetische Weiterversorgung entscheiden. Im Anschluss an eine Remifentanil-Anästhesie lediglich ein nicht-opioid-Analgetikum wie Metamizol (Novalgin®) zu geben, hat sich in vielen fällen als unzureichende und für den Patienten schmerzhafte Lösung herausgestellt. Missbrauchspotential hat Remifentanil zwar auch, allerdings kommt auch hier die starke sedative Komponente zum Tragen, welche die Euphorie recht gut überlappt... Zudem ist es zum Konsumieren zuhause einfach zu gefährlich! |
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| zu beachten | hochpotentes Opioid! Hohes atemdepressives Potential! Ohne Überwachungsumgebung und Möglichkeiten zur Kardiopulmonalen Reanimation und Beatmung (im Rahmen der klinischen Versorgung) ist es nicht zu verwenden! | |
| Vollagonist / Partiellagonist | Vollagonist | |
| therapeutische Potenz | 200 | |
| Wirkungseintritt | i.v.: 10sek - 5min. | |
| HWZ | 5-10min. | |
| durchschnittliche Wirkdauer | 5-10min. | |
| Applikationsformen | Injektionslösung | |
| Bioverfügbarkeit | nur als i.v.-lösung verfügbar! | |
| Metaboliten | keine relevanten | |
| Dosierung (ohne Toleranz) | Zur Einleitung und Aufrechterhaltung der Anästhesie: 0,5-1µg / kg KG. Gelegentlich werden diese Dosen aber überschritten. | |
| Wirkmechanismus | Remifentanil induziert direkt eine agonistische µ-Rezeptorbindung und -interaktion. | |
| emetisches Potential | hoch | |
| sedierendes Potential | sehr hoch | |
| besondere mögliche Nebenwirkungen | - | |
| besondere mögliche Wechselwirkungen | - | |
| gefährlicher Dosisbereich | stark schwankend, bereits Dosen ab 0,002-0,005mg / kg KG i.v. können ohne Überwachung schon eine Atemdepression auslösen (bei Kindern sogar noch weniger). | |
| Antidote | Naloxon (Narcanti®), Naltrexon (Nemexin®), Nalmefen (Revex®) | |
| Summenformel | C20H28N2O5 | |
| IUPAC Name | (3-{4-Methoxycarbonyl-4-[(1-oxo-propyl)phenylamino]-1-piperidin}propansäure methylester-Hydrochlorid) | |
| Struktur | ![]() |
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| Gewinnung | Vollsynthese | |
| rechtlicher Status (Btm / Rp) | BtmG Anlage III (verkehrs- und verschreibungsfähig) | |
| Bilder | ||
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