Name des Opioids Hydromorphon
besonders bekannte Bezeichnungen Hydromorphon, Palladon(R), Dilaudid(R) 
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Hydromorphon ist ein Morphin-Abkömmling, der vor allem durch seine geringeren Nebenwirkungen bekannt ist. In der Schmerztherapie bei chronischen Schmerzen wird es aber erst seit einigen Jahren eingesetzt, da die Retardierte Form noch relativ Jung ist. Hydromorphin als Injektionslösung hingegen gibt es schon einige Jahrzehnte. Man geht davon aus, dass die geringeren Nebenwirkungen daraus resultieren, dass Hydromorphon nicht zu dem hochaktiven Morphin-6-Glucuronid überführt wird, sondern als Glucuronid lediglich das inaktive Morphin-3-Glucuronid. Für Menschen mit chronischen starken Schmerzen ist es eine sehr interessante Alternative zum Morphin, da die Nebenwirkungen deutlich geringer sind und Hydromorphon wenig sediert, was hilft, auch Schmerzpatienten die Lebensqualität zu erhalten, da man durch die geringe Dämpfung besser metbekommt, was um einen herum geschieht und so am Alltagsgeschehen besser teilnehmen kann.

Hydromorphon hat ein sehr hohes euphorisierendes Potential, weswegen das Abhängigkeitspotential auch hierbei sehr hoch ist. Allerdings spielt das in der Schmerztherapie eine untergeordnete Rolle.

Anwendung Hydromorphon als Injektionslösung wird intraveös injiziert. Palladon Retardtabletten werden mit reichlich Flüssigkeit eingenommen. Die Retardkapseln sind nicht chemisch retardiert.
Zu beachten Hydromorphon hat deutlich geringere Nebenwirkungen als Morphin. Dies wird darauf zurückgeführt, dass Hydromorphon nur in den inaktiven Metaboliten Morphin-3-Glucuronid, nicht aber in das hochaktive Morphin-6-Glucuronid, überführt wird.

Achtung: Unter Opioidkonsumenten (Konsum zu nichtmedizinischen Zwecken) ist es verbreitet, die Retardkapseln zu entretardieren und das Hydromorphon nasal zu nehmen. Da dann jedoch der Wirkstoff direkt abgegeben wird, ist eine Dosisreduktion gegenüber einem oral eingenommenen Retardprärapat unbedingt erforderlich, andernfalls kann Atemdepression/Atemlähmung eintreten!
Vollagonist / Partiellagonist Vollagonist, µ-orientiert, leichte kappa-agonistische Wirkung
therapeutische Potenz 7,5
Wirkungseintritt Retardtablette: 30-60min., Injektionslösung: 20sec-10min.
HWZ 1,9-2,6h
durchschnittliche Wirkdauer 3-5h, 12h-Retardpräparate 11-14h
Applikationsformen Retardtablette, Injektionslösung 
Bioverfügbarkeit oral: 30-50%
Metaboliten Dihydromorphin (aktiv), Morphin-3-Glucuronid (inaktiv),  
Dosierung (ohne Toleranz)

Einzeldosen: Oral retardiert: 0,05-0,12mg / kg KG. i.v.: 0,01-0,015mg / kg KG

Tagesdosis: Oral retardiert: 0,2-0,45mg / kg KG. i.v.: 0,04-0,05 mg / kg KG

Wirkmechanismus Hydromorphon selbst ist biologisch aktiv und bindet vorwiegend an die µ1<µ2-Rezeptoren an, leicht auch an die kappa-Rezeptoren, wodurch es eine zusätzliche analgetische Komponente (wenn auch eher leicht) besitzt. Der Metabolit Dihydromorphin ist ebenfalls biologisch aktiv und µ-orientiert.
emetisches Potential mittel 
sedierendes Potential eher gering 
besondere mögliche Nebenwirkungen etwas geringere Nebenwirkungen, ansonsten standard
besondere mögliche Wechselwirkungen nur standard-Wechselwirkungen
gefährlicher Dosisbereich oral: ab 0,1 - 0,2mg / kg KG; i.v.: ab 0,05 - 0,1mg / kg KG, bei Kindern jedoch schon deutlich weniger!
Antidote Naloxon (Narcanti®), Naltrexon (Nemexin®), Nalmefen (Revex®)
Summenformel C17H19NO3
IUPAC Name 4,5a-Epoxy-3-hydroxy-17-methyl-6-morphinanon
Struktur
Gewinnung Vollsynthese
rechtlicher Status (Btm / Rp) Btm Anlage III (verkehrs- und verschreibungsfähig)
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