| Name des Opioids | Codein | |
| besonders bekannte Bezeichnungen | Codein, Methylmorphin, Codipront® | |
| Infotext | Codein
war früher in vielen rezeptfrei erhältlichen Hustensäften
enthalten, seit einigen Jahren sind in Deutschland aber alle missbrauchsfähigen
Präparate rezeptpflichtig - nichtsdesdotrotz ist der Anteil an Codeinpräparaten auf dem Schwarzmarkt
nach wie vor recht hoch.
Codein ist ein sedierendes Opioid und wird erst über den aktiven Metaboliten, Morphin, opioid wirksam.
Codein wird von Konsumenten neben der Anwendung als euphosisierendes Mittel beispielsweise eingenommen, um
realistische Wachträume zu erleben. Codein ist meist in Kombinationspräparaten enthalten. Sehr häufig ist
die Kombination mit dem nicht-opioid-Analgetikum und Antipyretikum Paracetamol,
standardmäßig sind 30mg Codeinphosphat-Hemihydrat mit 500mg
Paracetamol kombiniert. Da das Paracetamol Leberschädlich wirkt und
daher nicht zu hoch dosiert werden darf, sollten Einzeldosen von 120mg oder Tagesdosen von maximal 250mg
nicht überschritten werden. Diese Dosen stellen keine akute Lebergefährdung da, wenn man es nicht zu oft einnimmt,
nicht mit anderen hepatoxischen Stoffen (z.B. Alkohol) kombiniert und in Sachen Leber nicht vorgeschädigt
ist. Gegen Schmerzen nach Operationen oder insbesondere bei starker
Erkältung mit unproduktivem Reizhusten eignet es sich ausgezeichnet.
Codein gibt es in
Form mehrerer chemischer Verbindungen: | |
| Anwendung | Codein kann oral oder rektal appliziert werden, die nasale Einnahme bringt keine relevanten Vorteile. | |
| Zu beachten | ||
| Vollagonist / Partiellagonist | Codein selbst ist kaum aktiv, der aktive Metabolit Morphin wirkt vollagonistisch mit Orientierung auf die µ1<µ2-Rezeptoren. | |
| therapeutische Potenz | 0,1 | |
| Wirkungseintritt | 20-60min. | |
| HWZ | 3-6h | |
| durchschnittliche Wirkdauer | 4-6h | |
| Applikationsformen | Tablette, Tropfen, Saft, Zäpfchen | |
| Bioverfügbarkeit | oral: ~50% | |
| Metaboliten | Morphin (aktiv), Norcodein, Normorphin; => Glucuronide | |
| Dosierung | Einzeldosen: Oral: 0,5-1mg / kg KG Tagesdosis: Oral: 2-4mg / kg KG |
|
| Wirkmechanismus | Codein ist ein Prodrug. Es ist kaum wirksam und vermittelt seine Wirkungen erst über den aktiven Metaboliten Morphin, in den es durch das Enzymsystem CYP2D6 überführt wird. Überführt werden etwa 8-12% des eingenommenen Codeins. Bei Menschen, die eine Schädigung an diesem Enzymsystem haben (ca. 5-8%) kann daher die Wirkung des Codeins abgeschwächt werden oder ganz wegfallen. | |
| emetisches Potential | mittel - hoch | |
| sedierendes Potential | hoch | |
| besondere mögliche Nebenwirkungen | standard-Nebenwirkungen | |
| besondere mögliche Wechselwirkungen | standard-Wechselwirkungen | |
| gefährlicher Dosisbereich | ab ~7 - 10mg / kg KG (bei Kindern schon ab 2mg / kg KG) | |
| Antidote | Naloxon (Narcanti®), Naltrexon (Nemexin®), Nalmefen (Revex®) | |
| Summenformel | C18H21NO3 | |
| IUPAC Name | 4,5a-Epoxy-3-methoxy-17-methylmorphin-7-en-6a-ol | |
| Struktur | ![]() |
|
| Gewinnung | Teilsynthese aus Morphin | |
| rechtlicher Status (Btm / Rp) | Rezeptpflichtig, Präparate mit Konzentrationen über 100mg Codein/abgeteilte einheit oder 2,5%/ml fallen unter das Betäubungsmittelgesetz Anlage III (verkehrs- und verschreibungsfähig) | |
| Bilder | ||
![]() | ||